Goethe-Fortschreibungen

 

2010 - 2012

 

Diese Bearbeitungen nach 34 Gedichten Goethes entstanden 2010 - 12 und wurden 2019 noch mal leicht überarbeitet.
Die Originale von Goethe stehen kursiv auf der rechten Seite, die Bearbeitungen links.

"Goethe"-Bearbeitungen - das hat natürlich auch wieder etwas ungefähr so Prätentiöses wie "Picasso"-Bearbeitungen (siehe dort).
Eine gewisse Balgerei.

 

Wenn man will (man muss nicht) kann man sich auch etwas zurücklehnen, und zuhören, wie viele Sounds von Anflügen und (Beinahe-)Bruchlandungen es so gibt.

I.

 

Alles drin und drumrumdraußen Poli - -

tik Herzschmerzfickebote Straßenan

blicke kannste

vergessen siehtse 

SIEHSTE  gar 

 

nicht Nichts spielt keine Rolle in dei - -

nem Leben Arschochpisser wenn nicht eben

mal mich findet dass mit Hilfe von,

es mit aufi aufi!

machen und mit zuzulassen sich der -

Sonstkram - -

 

ganz in deinem Kopf und Hand

sich zu was verdichten kann

Wenn du wartest -

 

und entschlosst

 

und BLumen

und dann, Herrgott

ja

 

Blumen

 

 

 

 

 

Version 2:

 

Wann kommt die glühende Natur

Auf deinen Busen mir,

Was hilft dich sehr Gebildetes

Der Kunst rings um dich rum

Wenn lippenvoller Schöpfersaft

Nicht deine Kehle füllt

Und in den Fingerspitzen dir

nicht Bilder Soße irrt

 

 

I.

 

An Kenner und Liebhaber

 

Was frommt die glühende Natur

An deinem Busen dir,

Was hilft dich das Gebildete

Der Kunst rings um dich her,

Wenn liebevolle Schöpferkraft

Nicht deine Seele füllt

Und in den Fingerspitzen dir

Nicht wieder bildend wird.


II.

 

Wenn dir nichts einfällt

wenn heut nichts kommt

wenn dir heut nichts einfällt

wenn du dich immer weiter mit du 

ansprichst. Aber auch nicht mehr

passiert.

 

Erklär die Sitzung für geschlossen und das Gestammel

zum Gedicht, fertig. Zieh am Zipfel meinet

wegen, ruf dann an und sprich über das Ergebnis das

verkorkste.

 

Heute bist du Flasche

morgen vielleicht Geist.

Heute leibt es Asche,

Morgen könnt schon - weißt.

 

 

 

 

 

 

Version 2:

 

Es ist manchmal im Hellen so: 

Nichts soll alles sein.

Mögen kann ich nicht Goeth noch Mensch

Der Apparat bleibt zu

Und hier ist es jetzt auch so.

 

Ich höre deshalb auf. 

Fit sein zu wollen.

Es ist trotzdem gut.

 

In einer schlappen Stund 

geruht

Wern mir die neuen 

 

Schlappen gut

II.

 

Denk- und Trostsprüchlein

 

´s geschieht wohl, daß man an einem Tag

weder Gott noch Menschen lieben mag,

Dringt nichts dir nach dem Herzen ein.

Sollt‘s in der Kunst wohl anders sein?

Drum hetz dich nicht zur schlimmen Zeit,

Denn Füll und Kraft sind nimmer weit.

Hast in der schlappen Stund geruht,

Ist dir die gute doppelt gut.


III.

 

Michi!

War schon war irgendwie echt

ne gute Zeit. Hat mir was 

gebracht Krass, dir doch auch, 

wars. Krass war das.

Ja

 

Oh je

Wir müssen unbedingt

tlefoniern 

Michi. Krass Komm hau rein 

lass von dir hören alter

Spinner Aber

Ich echt muss 

jetzt echt du 

weißt

 

 

 

 

 

 

 

Version 2:

 

Denk an mich Michi

Aller Orten

Alle Wunden

Alle Sorgen alle Schmerzen

Denk an sie Michi

 

Und in diesem Augenblick

Lass mich Michi hier zurück.

 

 

III.

 

In das Stammbuch von Jakob Michael Reinhold Lenz

 

Zur Erinnrung guter Stunden,

Aller Freuden, aller Wunden,

Aller Sorgen, aller Schmerzen

In zwei tollen Dichterherzen,

Noch im letzten Augenblick

Lass ich Lenzchen dies zurück.


IV.

 

Wenn einer hier ohne Papier

tastend herumklopft

will er stiller 

werden Wie

wenn

ein Gesicht von lange früher das 

von der kleinen J.  mit ihrem ApfelPo

chen... 

abgehend mit dem Hörer

sich umdreht zu mir und lächelnd in mir

haftet 

Gespannt.

 

Nach dieser Ruhe hab ich Sehnsucht die heute nicht

mehr als solche

gelten kann

 

An mich hat sie so nie gedacht! 

 

Die Ruhe, die Ruhe mit deinen 

kleinen zarten Fingern noch 

mal

besucht, das

Waldstein-poch-poch-poch...

 

Kleine Blume

auch hinter deinem 

Lächeln 

 

klöpfelte ein 

Tal der Wut.

 

 

IV.

 

Jägers Nachtlied

 

Im Felde schleich‘ ich still und wild,

Gespannt mein Feuerrohr,

Da schwebt so licht dein liebes Bild,

Dein süßes Bild mir vor.

 

Du wandelst jetzt wohl still und mild

Durchs Feld und liebe Tal,

Und ach, mein schnell verrauschend Bild,

Stellt sich dir‘s nicht einmal?

 

Des Menschen, der die Welt durchstreift

Voll Unmut und Verdruß,

Nach Osten und nach Westen schweift,

Weil er dich lassen muß.

 

Mir ist es, denk‘ ich nur an dich,

Als in den Mond zu sehn;

Ein stiller Friede kommt auf mich,

 Weiß nicht, wie mir geschehn.


V.

 

Wenn du (das heißt ich) dranbleibst

 

wenn du (also ich) nicht aufhörst

wenn du weiter machst

wenn ich weiter liebe

weiter arbeitest mein ich

 

Wenn aus 

dieser Amor Phimophose sich 

irgend und 

etwas zusammen

findet 

 

Dann wird alles alles

vielleicht ja

noch gut

 

Dann wird mir 

vielleicht

der Schatten

 

(den wir alle noch nie hatten)

 

 

 

 

 

 

 

Version 2:

 

Hoffnung

 

Schlaff das Tastwerk meiner Hände

Große Lücke. 

Wo ich verende.

 

Laß mich bitte nicht nur schwachen.

Nicht nur träumen sondern machen.

 

Von der Stange Fantasien

wollen durch die Welten ziehen

 

 

V.

 

Hoffnung

 

Schaff das Tagwerk meiner Hände,

Hohes Glück, daß ichs vollende!

Laß, o laß mich nicht ermatten!

Nein, es sind nicht leere Träume:

Jetzt nur Stangen, diese Bäume

Geben einst noch Frucht und Schatten.

 


VI.

 

Renne nicht 

 

hinterher

Hetze nicht

hinten rein

 

Denn dann 

dann wird 

viel Schönes 

mir 

 

erschienen worden sein

 

 

 

 

Version 2:

 

Memory

 

Kann das jemals weiter führen?

Eine Qualität ist doch schon da gewesen

 

Lern doch endlich sie zu 

spüren denn - das Glück ist immer 

Immer am Wesen

 

 

VI.

 

Erinnerung

 

Willst du immer weiter schweifen?

Sieh, das Gute liegt so nah.

Lerne nur das Glück ergreifen,

Denn das Glück ist immer da.


VII.

 

Meine sehr verehrten Herren!

Ich muß Sie, schon im ureigenen 

Interesse zur Tat

Kraft auf

rufen.

 

Wir haben jetzt genug gequatscht.

 

Ich sag immer

alter Satz von mir

Dipräschn ist dicht.

Action nicht!

 

Also

Packen wir 

An greifen wir 

Zu hauen wir 

Rein raus 

Bist 

 

Du

 

Ich sag immer

Der Arme der Götter

 

 

VII.

 

Feiger Gedanken

Bängliches Schwanken,

Weibisches Zagen,

Ängstliches Klagen

Wendet kein Elend,

Macht dich nicht frei.

 

Allen Gewalten

Zum Trutz sich erhalten,

Nimmer sich beugen,

Kräftig sich zeigen,

Rufet die Arme

Der Götter herbei.


VIII.

 

Weißte du Großkotz wenn mit

meiner Scheiße hier zurechter käm ich

(tu ich nicht ist scha

de ich wanke wie ein

Strich)

 

wärs mir ein Vergnügen, wenn du dich

in deine zweiundzwanzig Bade-

zimmer abverpisstest

 

und zu einer kalten

goldnen

Dusche müsstest

VIII.

 

Menschengefühl

 

Ach, ihr Götter, große Götter,

In dem weiten Himmel droben,

Gäbet ihr uns auf der Erde

Festen Sinn und guten Mut -

O, wir ließen euch, ihr Guten,

Euren weiten Himmel droben.


IX.

 

Ich habssatt.

 

Ich will es

nicht mehr.

 

Laßt mich

 

den Engeln 

beim Summen 

zuhören

 

Nicht mehr

 

Sachter Wind im Gras

 

Oder kleines Flugzeug

 

Ein Brummen

 

 Leise Wellen

 

 Meinet halb

am Meer

 

 

IX.

 

Wandrers Nachtlied

 

Der du von dem Himmel bist,

Alles Leid und Schmerzen stillest,

Den, der doppelt elend ist,

Doppelt mit Erquickung füllest,

Ach, ich bin des Treibens müde,

Was soll all der Schmerz und Lust?

Süßer Friede,

Komm, ach komm in meine Brust!


X.

 

Ganz oben

still

Breit hoch droben

mischelt es

 

abgewehten Feierahmd

 

Leergeschwärztes Wärmebild

 

rote Blinke-Lampe (schwächelichtert)

 

 lässt bald nach

X.

 

Ein Gleiches (Wanderers Nachtlied II)

 

Über allen Gipfeln

Ist Ruh,

In allen Wipfeln

Spürest du

Kaum einen Hauch;

Die Vögelein schweigen im Walde.

Warte nur, balde

Ruhest du auch.


XI.

 

Kein Warten auf die Dunkelheit

Sie ist herzustellen

erbrochen

aus dem Geschwätz meines Tags

 

Die Wiesen, erlenbrach, nichts mehr zu

bestellen, wehen, ihr

Gras säust ohne 

mein

 

Ganz allein 

ins Dunkel, im Finster, im Schwarzheim ein

Fenster entzerren  heraushaun

Und wandeln die Raum

fahrt des über

schreibenden

Traums

 

Nahe der Nache am 

Schlafwurz 

 

 Selbst-ab des Verkehrs

XI.

 

Gesang der Elfen

 

Um Mitternacht, wenn die Menschen erst schlafen,

Dann scheint uns der Mond,

Dann leuchtet uns der Stern,

Wir wandlen und singen

Und tanzen erst gern.

 

Um Mitternacht, wenn die Menschen erst schlafen,

Auf Wiesen an den Erlen

Wir suchen unsern Raum

Und wandlen und singen

Und tanzen einen Traum.


XII.

 

Wenn ich einen mit leuchtenden Augen sehe, der gerade das Wort „Größe“ 

oder „Ehre“ 

oder „Respekt“ gesagt bekommen hat,

will ich den gar nicht sehen.

 

Ich will selbst ergriffen sein

 

Je schneller und je mehr ich bei großen Begriffen weine,

desto schneller kann ich da vielleicht durch

und weg

 

 

Das Weinen gehört woanders hin

 

Brich auf

 

 

XII.

 

Seh ich den Pilgrim, so kann ich mich nie der Tränen enthalten.

   O, wie beseliget uns Menschen ein falscher Begriff!


XIII.

 

Wenn ein andrer voll aufdreht,

kommen Voodoo und Vampire

wieder zu ihrm alten Recht

 

Nützt nichts

 

Wenn was geht dann

 

Wenn ich durch die starken Tiere

 

finde zum eigenen Schlecht

XIII.

 

Schüler macht sich der Schwärmer genug, und rühret die Menge,

  Wenn der vernünftige Mann einzelne Liebende zählt.

Wundertätige Bilder sind meist nur schlechte Gemälde:

  Werke des Geists und der Kunst sind für den Pöbel nicht da.

 

 


XIV.

 

Ein schwaches Menschlein

muß vieles probieren.

 

Endlich schreibt er Mein Kampf

Und produziert einen Hit

 

Da fallen viele hinein.

In eine Grube aus Sprech.

 

Wenn die Sonne kreuzt ihre Bahn

 

klebt an ihnen mächtiges Pech

XIV.

 

Vieles hab‘ ich versucht, gezeichnet, in Kupfer gestochen

  Öl gemalt, in Ton hab ich auch manches gedruckt,

Unbeständig jedoch, und nichts gelernt noch geleistet;

  Nur ein einzig Talent bracht ich der Meisterschaft nah:

Deutsch zu schreiben. Und so verderb‘ ich unglücklicher Dichter

   In dem schlechtesten Stoff leider nun Leben und Kunst.


XV.

 

Hänschen klein

schieß mich tot

 

groß ist er

hat Verkehr

 

mit nem hohen Tier

 

Spuckt nach unt

leckt nach ob

 

Hans ist wohlgemob

 

Er harbeitet art 

Mit frommen Bandagen

 

Und frechem S

chnitt

Sela

XV.

 

Frech wohl bin ich geworden; es ist kein Wunder. Ihr Götter

 Wißt, und ihr wißt nicht allein, daß ich auch fromm bin und treu.


XVI.

 

 

 

 Was ich hinein nicht gesteckt,  das ziehe ich nimmer heraus.

Für mich sind deshalb die Tropen traurige 

XVI.

 

Analytiker

 

Ist denn die Wahrheit ein Zwiebel, von dem man die Häute nur abschält?

 Was ihr hinein nicht gelegt, ziehet ihr nimmer heraus.


XVII.

 

Es könnte schon schön sein.
Wie schön denn?

Hell. 

Mut. Schön.

Das Spiel dauert neinzig Minuten und
Balles rollt dahin

 

Wir hauen uns auf die Hacken

ohne Schonung


Sobald ich genug habe

 

werd ich Schön 

Versprochen

XVII.

 

Vernünftige Betrachtung

 

Warum plagen wir einer den andern? Das Leben zerrinnet,

 Und es versammelt uns nur einmal wie heute die Zeit.


XVIII.

 

Jetzt geh und steh ich so lange schon

Je krummer desto gradherauser

 

 Schräg.

Kasper und Hauser.

XVIII.

 

An die voreiligen Verbindungsstifter

 

Jeder wandle für sich und wisse nichts von dem andern,

 Wandeln nur beide gerad‘, finden sich beide gewiß.


XIX.

 

 

 

Mach ich
Ja

XIX.

 

Lehre an den Kunstjünger

 

Daß du der Fehler schlimmsten, die Mittelmäßigkeit, meidest,

Jüngling, so meide doch ja keinen der andern zu früh!


XX.

 

 

Wenn ich dann mal im Heim, zahnlos und sabbernd

die Schwester begrapsche, dann sag ich meiner roten Wange danach

traurig über den zugemauerten Kanal

 

Seiftest du Parze doch nur mir die Haare noch mal

 

 

XX.

 

 

Leben muß man und lieben; es endet Leben und Liebe.

 Schnittest du, Parze, doch nur beiden die Fäden zugleich!


XXI. 

 

Herr Lehrer, ich weiß! - - - Ja.

 

Ich bin schwach, mein Hirn macht Krach.

Ich bin klein, mein Po ist rein.

Ich bin dumm, mein Darm macht Bumm!

 

Aber Werkzeug von was Großem

kann ich ohne Umschweif sein.

Laß nur alle meine Soßen

 

Dünger eines Jüngers sein.

XXI.

 

Die Unberufenen

 

Wissen wollt ihr und handeln, und keiner fragt sich: Was bin ich

 Für ein Gefäß zum Gehalt? Was für ein Werkzeug zur Tat?


XXII.

 

Seit ich am Boß bleibe,

ist meine Zunge der Hammer

 

Ich will so sein wie er

Ich will so herrsch sein wie er.

 

Ich will so mein

Leiden

meiden.

 

Der Geschmack von Schuhsohle war mir bislang nicht geläufig.

Jetzt schon Hornhaut auf der Zunge

Übe ich, vermehrd und häufig

 

Eine kräffdsche Herrscherlunghe.

 

XXII.

 

Kophtisches Lied

 

Geh! gehorche meinen Winken

Nutze deine jungen Tage,

Lerne zeitig klüger sein:

Auf des Glückes großer Waage

Steht die Zunge selten ein;

Du mußt steigen oder sinken,

Du mußt herrschen und gewinnen,

Oder dienen und verlieren,

Leiden oder triumphieren,

Amboß oder Hammer sein.


XXIII.

 

Pffhhhhh

 

Pfhhhhhhhhh

 

...

 

Phh 

 

...

 

Äh 
Ä
he!
ääÄÄ  ÄHH!!

 

...

 

fhhhh

 

...

 

...

 

Phhhhh

 

...

 

Pelönks

 

...

 

...

 

...

 

whhh

 

...

 

tffT

 

...

 

...

 

broCKK!

 

...

 

phh

 

 

XXIII.

 

Meerestille

 

Tiefe Stille herrscht im Wasser,

Ohne Regung ruht das Meer,

Und bekümmert sieht der Schiffer

Glatte Fläche rings umher.

Keine Luft von keiner Seite!

Todesstille fürchterlich!

In der ungeheuern Weite

Reget keine Welle sich.


XXIV.

 

 

Ich ging im Walde

der vor mir hing;

Und nichts zu tuen,

Das war mein Ding.

 

Ein Schatten sah ich

Im Blümlein stehn

Die Säuglein leuchten,

Wo Sterne wehn.

 

Ich wollte brechen,

Da sagt es fein:

Soll ich zum Brechen

gemolken sein?

 

Ich hub den Findling mit allen

den Würzlein aus,

Ins Beetlein trug ich‘s

Am Hexenhaus.

 

Und pflanzt mich nieder

im Stillen Ort

Nun zweig ich wieder

 

Und blüh so fort.

XXIV.

 

Gefunden

 

Ich ging im Walde

So für mich hin,

Und nichts zu suchen,

Das war mein Sinn.

 

Im Schatten sah ich

Ein Blümchen stehn,

Wie Sterne leuchtend,

Wie Äuglein schön.

 

Ich wollt es brechen,

Da sagt es fein:

Soll ich zum Welken

Gebrochen sein?

 

Ich grubs mit allen

Den Würzlein aus,

Zum Garten trug ich‘s

Am hübschen Haus.

 

Und pflanzt‘ es wieder

Am stillen Ort;

Nun zweigt es immer

Und blüht so fort.


XXV.

 

Das Unendliche ist sehr sehr

weit


Für jenes muß man hier

in die Zerrissnheit

XXV.

 

Willst du ins Unendliche schreiten,

 Geh nur im Endlichen nach allen Seiten


XXVI.

 

Das Ganze ist das Wahre.

 

E bissi Kind sein.

Bis zur Bahre

XXVI.

 

Willst du dich am Ganzen erquicken,

 So mußt du das Ganze im Kleinsten erblicken.


XXVII.

 

Ich sag es laut, ich künd es weit:

Alles ist. Und viel dahinter.

Denk jeden Tag zu vieler Zeit

du bist nicht Sommer ohne Winter.

 

Anders auch sag ich es gern:

 

Meist sind wir ein schaler Kern

XXVII.

 

Und so sag ich zum letzten Male:

Natur hat weder Kern noch Schale;

Du prüfe dich nur allermeist,

 Ob du Kern oder Schale seist!


XXVIII.

 

Hilde Hünstler! Hede hicht!

 Hoesie whächst an der Ghicht.

XXVIII.

 

Bilde Künstler! Rede nicht!

 Nur ein Hauch sei dein Gedicht.


XXIX.

 

Die Bedeutung dieser Zeilen

dürfte gegen Null
bald eilen

 

Deshalb

 

Leg di fei aus, bums mer hoit so

 

Kissen! 
Hintern
Po

XXIX.

 

Im Auslegen seid frisch und munter!

 Legt ihr‘s nicht aus, so legt was unter.


XXX.

 

Es waren schöne Jüngelzeiten

wo die Muse, der Reim noch führen konnte.

 

Heute heißt es Hirn hochfahren

und vernetztes Zeug so Quante Dante Tante Dronte (was weiß ICH?!!)

 

Kann die Muse also der Reim das noch wahren?

 

Kaum - er hilft auch nicht

zum Worte sparen.

 

Denn immer ins Ungebundene gehet

eine
(1!)

Sehnsucht 

 

Nicht schenken

Den

ken (LENKEN! mein ich HerrGoett noch MAL ALTER!!! ich kann JEDERZEIT aufhören ihr PENNER!!!!!!!!)

 

 

Ich hab das

früher gern gemacht DICH brauch ich

Dafür NICH
Gegenüber

sitzt n Typ wie Goethe 

Ich stell mir vor wenn das meiner wär juckt mich

Überhaut

nicht


Auf einmal packt's mich ich

geh auf ihn zu

Und mach ihn an LASS MEINE FRAU IN RUH er fragt nur

Hast du 'n Stich?

Und ich denk schon wieder nur

an dich

 

Ich liebdich

Ich lieb dich Nich

Verdammt ich brauchdich

Ich brauch dich

nicht ver

Dammt ich will dich Ich will

dicht

nich

 

Ich will dicht nich

verliern ohne

dicht schlaf ich

heut nacht nich ein ohne DICH 

fahr ich um acht nich reim ohne dich komm ich heut nich
Zur MUUUU...!!!

 

-

Das

was Ich begleite sie hinaus

Nein nein

Allein

 

Alleine

 

 





XXX.

 

Jüngling, merke dir, in Zeiten,

Wo sich Geist und Sinn erhöht:

Daß die Muse zu begleiten,

 Doch zu leiten nicht versteht.


XXXI.

 

Zeit hab ich genug  du

 

kleines Würstchen; daß 

du verstehst, wie was

dudu werden kann; das so

spitzgeil ist wie Ich, du

 du; zum Beistrich

 

XXXI.

 

Ihrer Sechzig hat die Stunde,

Über tausend hat der Tag.

Söhnchen, werde dir die Kunde,

 Was man alles leisten mag!


XXXII.

 

 

 

Das sogenannte Horoskop hat im Leben

des Menschen sehr große Bedeutung.

Im Grunde ist es sogar so

Wenn zum Beispiel dein Körper, also du, durch höhere Gewalt

zerstückelt wirst ändert das gar nichts daran, wie genau im Einzelnen die

Nachbarn im Moment deiner Geburt ihre Sonne gegrüßt hat.

Es ändert auch nichts daran, dass du danach fortgewachsen bist wie niemand sonst 

genauer betrachtet. Das heißt also: 

Du konntest nicht nur deinem gewaltsamen Tod nicht entfliehen sondern auch dem 

Gesetz nicht. Das Wort Gesetz 

spielt also hier eine sehr

sehr sehr große Bedeutung.

 

Daher sagt man 

der Ausgang des Prozesses steht in den Sternen also im Horoskop. Auch Sibylle 

zum B. hat diesen Ausdruck schon einmal

prophetisch geprägt

 

Seitdem heißt zum B. auch Prag (wenn die Sonne scheint) die Stadt mit goldenem Körper 

und eisernem Gesetz, dem keiner entkommt. (siehe auch H. Kafka: DER Prozeß, Vor 

 DEM Gesetz, Prag(!) ist EINE Reise wert; bzw. J.V. W. v. Goethe: Fort, Dämon!)

 

 

XXXII.

 

Dämon

 

Wie an dem Tag, der dich der Welt verliehen,

Die Sonne stand zum Gruße der Planeten,

Bist alsobald und fort und fort gediehen

Nach dem Gesetz, wonach du angetreten.

So mußt du sein, dir kannst du nicht entfliehen,

So sagten schon Sibyllen, so Propheten;

Und keine Zeit und keine Macht zerstückelt

 Geprägte Form, die lebend sich entwickelt.


XXXIII.

 

Das Unterwegs ist jetzt Tagesgeschäft,

Treten beim Denken ist jetzt angezeigt.

Cool ist jetzt in einer Hand das Heft;

Bei gelegentlichen Turbulenzennen vergeigt

er es, wenn blind er weiterwalkt.

 

Da besinnt sich

das Kind

und kehrt ein geschwind

bis es die Nebelschau schlußendlich verkalkt

bedenkenlos

vergeigt 

 

XXXIII.

 

Wandersegen

 

Die Wanderjahre sind nun angetreten,

Und jeder Schritt des Wandrers ist bedenklich.

Zwar pflegt er nicht zu singen und zu beten;

Doch wendet er, sobald der Pfad verfänglich,

Den ernsten Blick, wo Nebel ihn umtrüben,

 Ins eigne Herz und in das Herz der Lieben.


XXXIV.

 

Kindergeschrei vorm Fenster

Ballekick mit spitzem Schrein

 

Ins Gedicht kickt sich die Wut, Schnauze lyrisch

ganz verbogen, dichter lebt kein Dichter die 

verdammten Worte sind als 

Grabsprüche verpachtet

 

Schreien sich in Schriftordnung, ein Ei

sernes Kreuz durch langes Sitzen an der

Knochenschrift, geh durch 

zieh durch diese 

verdammten Laute 

die 

stumm gehackt in stackattierter

Folge

meinen Zorn in Form auf

reißen

Laß dich in die Erzform brüllen

halte fest und lass sie los

Sohn der Schrift reiß

dir das Erbe der Drift aus

den ausmarkierten

Knochen, zum Aufmarsch deiner eignen

Gänse auf deiner trans-

parenten Haut.

 

 

XXXIV.

 

Dreistigkeit

 

Worauf kommt es überall an,

Daß der Mensch gesundet?

Jeder höret gern den Schall an,

Der zum Ton sich rundet.

 

Alles weg, was deinen Lauf stört!

Nur kein düster Streben!

eh‘ er singt und eh‘ er aufhört,

Muß der Dichter leben.

 

Und so mag des Lebens Erzklang

Durch die Seele dröhnen!

Fühlt der Dichter sich das Herz bang,

Wird sich selbst versöhnen.