Turiner Strasse

 

34 Gedichte

November 2012 - April 2013

 

 

"Ich hätte gern

zwei Kugeln

Einmal Waldmeister und  dann

Pavese bitte"

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1.

  

Zur Erhellung des Zwischenspiels

 

das, wonach

keiner

gerufen hat

 

- - - - -  nicht bevor sie

nicht erkannt worden ist

als ein unbekannter Durst

 

 

 

 

Behind

your back


Rückverzwischung


Zum Luzid-Verdunkeln

in dieser ätzenden

verweißten Helle

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2.

 

Die An-Stadt im

Kopf verwüs-

tete Provinz, ein

Außenposten, ein

schlecht präparier

tes Klavier, ein voll

gestopftes Cranium-

loch, voller betaste-

ter weißschwarzer 

Striche

 

Eine Herde des Geredes

von unstatthaften

Strichen durchsetzt, ge

locht, so lange und so tief wie sie dich löcherten

 

Strichnin-Herde, weiß-

glühend durch

die Kälte

 

Inwärts wüstaußen

 

 

Giving head

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

3.

 

Schwarze Sünde

Schwarze Fahnen

Schwarze Zahlen

Schwarze Dödel

Schwarze Warzen

 

Schwarze Ahnen

Schwarzes Ahnen

Schwarzer Tag

Schwarze Nacht

 

Schwarzer Stuhl

Schwarze Lunge

Schwarze Zunge

 

Schwarzes Loch

schwarzer Gedanken

 

Schwarzkopf

Schwarzhaupt

Schwarzfuß-Indi

ahner.

 

Das Allgeschwärzte 

 weiß

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

4.

 

Wo ist die Dummheit?

Na hier!

 

Wo ist der Schwachsinn?

Aber hallo!

 

Wo ist der Muff?

Ganz meinerseits!

 

Und die Zartheit?

Und das Denken?

Und das Löcher-Verschenken?!

 

Nagelpuls, ver-

schorft

 

Die Dummheit, die ist hier

 

Der Schwachsinn, der sind wir

 

Der Muff, der bindet dieses

Schreibhand-Tier

 

Zünd an.

 

Zünd an

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

5.

 

Ich schrumpfe ins Format des Nie erkletterten.

Der Berg liegt hinter mir, die Mühn

Der Ebenen rauchen mir vorweg, die

Zigaretten binden mich an 

den Aufgepumpten, den Verwe

senden

 

Die Versperrtheit aller 

Handstreiche, die ich mir

nie ver

sprechen konnte

 

Verformatiert für künftige

Niederlagen, denen ich grünverknorpelt an der 

Brust 

gesogen hatte

 

Einziger Berg, nie

abgesaugter

 

Wir Niemehrbrüster, schwächelnd wie

Puddelinge, die Finger sacht atmend auf 

 

der Schwabbelhaut

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

6.

 

Du weißt das Grau

des goldigen Triebs

 

Er schickt dich, die Standarte weiß und fahlgerötet hin

und her vom Tisch

zum Stuhl zum

Bett zum Stuhl zum

Sessel with a footstool

und zurück ein Kaffee

 

Mit der Milch der Späte

und vom Tisch zum Bild

schirm und zurück zu buchstäblich

vergrautem Blei, ängstend vergoldet

 

Strich um Strich an denen ganzen Monumenten, die dich würgen, du

 

Verssager

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

7.

 

Aarau

Bonn Bad

Siegen Honnef

 

Der Mann, dessen Bücher ich heute

durchgekämmt, starb würdevoll an

Speiseröhre.

 

Er rauchte eine Pfeife noch einmal

letzten Dezember.

 

Im Januar ging er an dem Tag noch mit dem Hund

ums Eck.

 

Dann legte er sich hin, schlief ein

und starb mit zween Atemzügen.

 

Bad Siegen 

Aarau.

 

Er lebte auch in Irland.

 

Seine Zweitfrau

sagte schwer seis auch gewesen, dass er

noch ne andere und Ich im

 

Fahrstuhl hielt die Tür auf. Bedeutungslos, dass mich die Frau

nicht kannte und ich nach unten wollte, in einem langen Moment in

ein anderes Leben schauend, das versperrt war, aber doch recht heiter, muss

ich sagen, also 

 

Bonn

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

8.

 

Regen 

Ende März

und kalt

 

Die Amsel schon da, obwohl noch 

später Schnee, ihr 

Kristallgeflöte

 

Die hats gut, sie kann

nichts lernen, weiß nicht, dass sie

 

arbeitet, spät dran in

wegsackender

 

Dämmerung und mit

 

Regenflöte, silberiger

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

9.

 

Geräusche, abgedämpft

im Haus, von allen Seiten, unter, über, ne

ben mir und links von rechts ein Schlüssel und die Schritte treppenabwärts, 

die Bollerschläge unten, lauschend 

mit tee

beschwertem Magen, einem Unter

kiefer, den ich wieder mal

im Krampf steckend entdeck und mein Kopf oben mittendrin mit meiner Angst vor diesem

Leben

 

 

so wie es hinter dem da, jenem Hori

zont herauf

 

dumpft

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

10.

 

Ein Thema in Blaugrau

eröffnet kein Gedicht, höchstens die 

schwache

Farbe hieniedenselbst

 

färbt sich senkend diese schwache Welt.

 

 

All diese Poeten die mir Bravokennichnicht

 

 

Hinterm Haus ein Grasquadrat in kurzem hellen 

 

Grün 

 

von Tannen

gesäumt, nie war da ein

Thema.

 

Hoch in der Luft das Flugzeug leise

ein Brummen im Azur und

 

das Grau sinkt ein, wenn ich dorthin 

zurückschaue nach

 

lücklos blauem 

ungeheurem Oben, behutsam eingesunken in 

die 

sommerlichte Wiese dem 

 

Grauen nicht 

 

gewachsen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

11.

 

Weißt du noch, als du dich nicht

erinnertest.

 

Ja ja, ich fraß alles hinein, was mich 

nach oben vertrieb, das Go-Cart gab mir ein

Strampeln, das noch schön war da unten in

Bewegung vor der 

betonierten Kirche hoch in so glattem 

Plattengrau

 

Diese linde Strasse schien die ganze 

Welt, schon in die Sackgasse gegenüber wollt ich

nicht

 

Die Weide auf der andern Seite, neben dem hölzernen Häuschen, erst viel

später hörte der Kleine von

Trauer, und dass die Welt auf

Sand gebaut, wie von den

 

Ameisen mit ihren Eiern in den Gängen unter der

grauen Platte, abgehoben, hinter 

den Tannen

 

Ein blödahnender Gott sah ihnen zu, sich selbst 

betrachtend ohne Nutzen, nur ein

Bild langsam herausgeschält von der eklichten Feile 

Welt, allmählich weniger und weniger

beweglich

 

Abgefüllt nach 

oben

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

12.

 

So lange - nie 

„gearbeitet“, nur so zu

erklären die Idee

das 

Geld Verdienen 

könnte dich weiten 

zu

 

GEFILDEN (aah!), könnte dir verschaffen

ein Exil, 

das mir eine 

Sprache bildet. abseits

deines ausgedienten Blödsinns

 

Diese fremden Sprachen stummen alle vor mir her

 

Der alte Kahn geht langsam unter als ein

Tretboot

 

Und unten strampelnd willst du oben 

endlich singen, aus willst du

singen dies dein allporöses

Herzelein, bezahlt mit

 

trockenem Humor, du Ausge

pichter

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

13.

 

Keine Karte mehr

mein lieber Vater

 

Keine Karte mehr für dich.

 

Immer waren sie Beschwerden, und zwar

allesamt, mein lieber.

 

Du aber, verstümmelt, ohne 

Gegenwort.

 

Lassen wir das bleiben. Laios‘ Rente 

war nie sicher, deine

ists 

noch immer 

und solls bleiben.

 

Deshalb also 

falt ich dich jetzt auf 

in mir.

 

Gemeinsam 

MEINE RUHE, das bleibende 

 

Fürwort 

 

              in unserm 

abgekarteten Spiel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

14.

 

Nur ein Mal hast du mich ge

bettet, damals, und es war nicht 

Sommer und nicht das ALLERERSTE MAL, aber

nie mehr so zart und bestimmt zugleich, so dass ich

aufhörn musste irgendwann - deine Küsse alle 

so kurz und so schnell so innig gehaucht aus aller

kleinstem Abstand und mir das was ich

entgegenhielt alles zu grob vorkam zum allerersten Mal, mir

dem kleinen Betthäschen

 

„Warum hören wir auf?“ ich dümmlich, und du 

drauf irgendwas mich 

nicht zu beschämen. Wie immer zu

viel fürs Verstehen, das alles

 

Später mal da sagtest du (es gab noch SPRECHMUSCHELN)

ich wollte dirs nicht

gönnen dein wie sagt

man junges Glück.

 

Leise und be

stimmt, mit dieser angewärmten Kälte, die nur du so 

porös trauernd hin

bekommst

 

Heute denk ich sehn wir uns so selten und ich be

deck meine Scham, weil es aus 

sehn könnt als hätt ich recht 

behalten

 

Meine Feigheiten hast du nie

schlecht gemacht und lachst bis heute 

immer wissend, wenn ich tu als 

wüßt ich was

 

der Junge, dem du alles sagen darfst und der dich

da stehen sieht mit

ausgestreckten Armen, deren Finger 

den Ärmelrand umklammern 

als wär dir 

kalt und nicht mehr 

Sommer

 

 

 

(für S.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

15.

 

als ob zum Tod verurteilt

ohne Einfall, mich

(mühsam aufrecht) haltend, fern von all

den Hunnen

 

Als vorhin die Wendeltreppe mich (hoch zur 

Überführung) ansah...  

         Nur eine Ge

dankenprobe

 

Eine hinkende Taube, ignorant 

gegen die Reifen im dumpfen Befehl läuft sie der Ange

beteten nach. Die wird schon

wissen, was gut ist. Der

aber nicht.

 

WEIL DU MICH NICHT REINGELASSEN HAST DU ARSCH

LOCH, ruft die mit Rucksack zu dem Bett

ler runter

 

Seit ich denken muss und meine Ohren 

pfeifen vom Zuviel

 

            dass mir

Nichts gehört

 

Dann die Abkürzung über den verlassnen

Spielplatz

 

(„Integration? - Ne, lass ma stecken!“)

 

an dem Wandbild mit dem Aureolen-Falken und der Aufschrift 

FAITH

vorbei

 

dann schnell 

nach 

 

Hause

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

16.

 

Zugedeckt im Dämmer auf der Kautsch im Dämmer ein

was? - Konzert für Orchester - 

 

und danach

 

die Ruhe. Nur das leichte

Fiepen

 

Die Mappe mit den Kinderzeichnungen 

von KLAUS FINDL un

berührt seit Wochen auf dem Boden. Na ja, aus den Augenwinkeln, dass da drin ein Anfang liegen könnte, entschul

digung, es kommt 

nicht 

wieder vor

 

Überhaupt Hoffnungen, ach ja. Anspruch auf GRÖSSE ja umsonst ja

Jedem mitgegeben, ja. Wächst und verdämmert dann ja lang vor der Zeit, muss ich also jetzt 

schon sagen. - Gut, der ein oder der andere... Ein 

ARSCH

Loch 

sicherlich 

nicht immer (viel viel Arbeit!), also mir 

zumindest bleiben ja

all diese Regale voll mit 

Papier, hineingestopft fast 

bis unter 

die Schädeldecke

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

17.

 

Time Machine, das ungerührte

Surren gegen den Uhrzeigersinn gäbe es 

nicht, wenn dieses Ange

tippte hier nicht bald un

 

leserlich würde

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

18.

 

Hinter den 

Häusern die Kühe, wieder und 

wieder und wieder zerkäuend, gelegentlich schauend, ab und zu

seichend hinter den tickenden Zäunen, beglotzt vom 

Parkplatz aus hellem Sand neben der 

Arztpraxis. 

 

Später, DANACH fiel mir sein Husten wieder ein diese 

unaufhörlichen Nikotinaufnahmen bei der 

Behandlung und dieses angemessen akromegalische Gesicht. Jenseits 

 

des Kreuzwegs hinter der

Wiese 

 

und den kahlen

Feldern der 

 

          Wald in dem 

entfernt und oben und entrückt die

Spechte arbei

teten 

 

Allerdings unweit da

von, bei

den Hühnern trafen sich die Männer 

jeden Sonntag 

Vormittag mitten in all den Käfigen 

zum WEIN

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

19.

 

Parmigiana-Schnitzel, eine Emp

fehlung ihres künftigen Ex, ich 

aß es ungerührt, zwischen unsern

IMPROVISATIONEN, die endlich doch zu 

Küssen führten, später lasen wir laut

Empedokles, der viel viel versprach vor seinem 

Weg zum Kraterrand und dann - al forno.

 

Die Pizzeria nebenan. Die Frau, mit einem Gesicht, als schmeckte ihr hier

gar nichts, träumt von Sizilien. Der kleine 

Italiener, er übersah täglich ihr Gesicht und dachte sicher 

rechtschaffen an sein Geschäft hier in

der Fremde

 

Goldpaniertes 

Schweinefleisch, mit Käse

überbacken in der Silberpappe (für die Wärme) wir

empfahlen uns, ich für meinen Teil etwas

gerührt, später zurück in die 

Papierberge Siziliens

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

20.

 

Keine Asche erfühlen, lieber

 

das 

verwesende Kaninchen mit den tiefroten 

Augenhöhlen im Vorbeigehen kurz 

besuchen, sorgsam ausgestreckt 

fast wie drapiert, dort vor dem Busch auf dem

Rasen mit den angemalten Birken, von denen

schon das 

 

Deckweiss blättert

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

21.

 

Auf der Brücke über den Gleisen an diesem

grauen Sonntag nachmittag, gegenüber Bahnhof West. 

Punk muß st - sagt ein Stahlträger - -

dann wurds zu hoch, oder er fiel, der Schrift-

lümmel mitten aus dem Leben da nach dort hinunter

 

Ich kehre um, Schritt 

abwärts für Schritt auf der Riesenstein-

treppe. Schnitt, 

Bierflasche 

auf dem Grünrasen vor dem

Seniorenheim, von

 

graumetallnen Gitterkästen, aufgefüllt mit großen Schottersteinen, einge

schlossen, bereit

liegende letzte Grüße für die anstehenden Be

gräbnisse

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

22.

 

Diese ungerichtete Archäo

logie, wieder Spuren von

Leben, pff daran solls nicht liegen, noch nicht

ausgeräumt, statt dessen 

Formen, wie ein Flaschenhals zum

Beispiel, aus dem Schreie - 

 

Unten im Rumpf, ein Buddelschiff, der Wasserkopf, der Captain 

Aha. Stich in See und lass die Flasche ganz und auch

das Schiff - - - 

 

Musik im Bauch, geklopft mit Knöcheln in

die weichen Planken, stets ein Aha-Erlebnis, es hilft

möglicherweise die Erinnrung an den

Ausguck hinter 

Milchglas

 

im Rundbau, schwimmend, mit all dem Ge

schwätz der Angst, das einfährt durch das Kabel, sich drehend, dabei 

wartend auf den Aus

druck durch 

 

den Flaschenhals

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

23.

 

Heisse Asche

 

zwinkernd, noch im Lidzufall

die Augen auf den Ton gerichtet - diß

ist sein Garten, wo die Schildkröte

wie in Asphaltwüsten hungert

 

Nebelflug, tonlos. Stumm durch Vul

kanasche, im Kopf das Nichtsohrloch über

 

den Allesmündern  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

24.

 

Die Töne der Kassen, gleich lang, aber 

unterschiedlich hoch, damit die Kassiererinnen 

nicht verrückt werden und sich dann vertippen

 

Nicht mehr zu hören die Zahlautomaten, die kurzen Momente, die ich bei 

ihr bin, die ich unter allen ausgesucht habe, die da tippend sitzen, um sie diskret anzu

träumen. Nur

 

bezahl ich meine Milch und das Obst und 

nicht sie

 

„War alles okee bei Ihrem Einkauf?“ fragt sie, so leise 

lustlos, weil sie weiß, dass ich selbst wenn ich

verstanden hätte, die Frage nicht be-ant

worten dürfte

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

25.

 

Nixengold, unter dem

HELLBLAUEN Himmel,

wasserstofftrocken gewaschen

und geföhnt, mein Daumen

hebt irgendwo unter der

Hüfte, im sich erschreckt 

Windenden eine der

Schuppen an, das

halbmodrige Schwarz darunter, Kehrseite

des Silbrigen, Dreh und

Angelpunkt des Damen

dunkels, sie zuckt zu

sammen und beißt 

eine Kla

 

viersaite durch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

26.

 

Entschuldige, ich habe nicht

verstanden, das Kind hat

nicht verstanden, es hat aus

gestanden (gesessen), eine ungefähre An

passung, aber ich habe nicht

verstanden.

 

Ich will verstehen, sprach die Bericht

erstatterin.

 

Entschuldigung, ich habe

nicht verstanden. Nur dieses

Nachzittern des Sprech

körpers, hab ich nur

ungefähr verstanden, dem

 

Kind wurde im Kranken

haus ein Krümel

monster ausgehändigt, blau, mit

lidlosen großen

Augen, und ich

sage dir, Verstehen wird

nicht mehr, lidlos durchbohrte 

es später die Hände der geliehnen

Puppe (ERNIE), neues

Liderbuch des Unverstands,

Orangen-Hände

am Stock geführt mit stei

fen Gummifingern mangels

eigenen. (Klavier!)

 

Entschuldige, das Kind hat

nie verstanden. (Also Jud)

 

Fünfundvierzig bin ich jetzt und keine

Stunde Null, ich hört

ein Bächlein rauschen und hab es

nicht von ungefähr verstanden, sagte

das Kind in dem Gedicht und die Ent

schuldigung verging, ver

lief sich möglicherweise im Un

gefähren

 

Entschuldigung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

27.

 

Dieses Gedicht wurde auto

matisch erstellt. Es ist übertrag

bar und bedarf keiner

Unterschrift.

 

 

Aber

 

 

Wenn du allein nur da

ran denkst, dann stehst du

auf der Liste der vom

Aussterben be

drohten Arten 

ganz

weit oben

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

28.

 

Altfahrzeug-Annahme

 

 

Wo sonst Markt ist ein leerer

Parkplatz, halb im

Schatten des Hochhauses, in diesem

 

solitären Kasten, wo sie lieben

saufen und den Schatten

hassen, den ihr Parkplatz wirft, da

wo Markt ist, sonst

 

 

MYBET 

eine Spielhalle am

Fuß dieser Monstranz, jetzt

an einem Nachmittag Ende 

März, 

wo Markt ist sonst

 

vertrete ich mich auf

diesen Straßen, hin und

weg, von diesem Park

platz hier

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

29.

 

Kein Wort grenzt an den Trauerrand

 

 

In der alten Korrespondenz vom letzten

Frühjahr im noch mal 

freigeschalteten Archiv lesend, wo sind diese

Gefühle hin, 

 

wohin abge

sunken ist

 

WOVON REDEN WIR EIGENTLICH deine

letzte Frage - keine brauchbare Antwort dessen, der für

dich gemacht war, nur verlegne Überlegenheit

 

Kein Wort, das hätte helfen

können. Nur deine Haare, nicht mehr

aufzusaugen, goldschimmernd im Dämmerlicht auf 

dem Teppich geblieben, dem

teppichbodenblauen, über den diese

 

gern geküßten Füße gingen, auf die du so

stolz warst, weil du mit

ihnen ja im 

Leben stehst, während mir 

das kurz Offene wieder zu

fiel 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

30.

 

Spätnachmittag.

Der Frühling trägt die

Geräusche besser, Rufe

der Kinder, die Schreie des kranken Nach

barn, das

Rauschen der Einzelzellen, ein

Blick in die aufsteigende Welle

des Meeres, in diesem... dieser

 

Festung ohne Ruf

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

31.

 

Es 

fällt

nicht leicht

 

dieweil

es 

 

sitzt 

 

so tief

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

32.

 

Erst F.

Dann S.

 

In U. 

danach.

 

Verfrachtet nach D.

und zurück nach U. fast

jeden Tag

 

Ich brach nach H.

auf

 

Abstecher nach D (dort

traf ich H.)

 

Erpreßte mich nach B. 

 

Zum Unglück in K. 

 

 

Jetzt bin ich

h.

 

Als nächstes gerne

 

da

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

33.

 

Heute morgen 

wachte ich auf und mir gings gut

 

Die langerwartete Abwechslung, 

da war sie

 

Und alles, weil mir gestern abend 

jemand gesagt hatte, er

hört mir 

gerne zu

 

Vorhin fuhr ich durch die Schneeflocken

zu ihm, er spendierte mir Kaffee und 

ein Stück Himbeertorte

 

Er spielte Cello, ohne Grund sich für

Fehler zu entschuldigen

 

Und sagte dann folgendes: 

 

Der Steg 

wird einzig und allein 

von den Saiten gehalten

 

Durch die 

Dichter gewordenen

Schneeflocken und ohne

Adjektiv  

danach auf 

dem Weg zurück

 

 

 

Wenn die Saite an gewissen 

Stellen nicht klingt, nennt man

das einen 

 

Wolf

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

34.

 

Das Lächeln dieser jungen 

frischen Frau, die schnell ihre Kopfhörer abnahm, um Auskunft

zu geben, wo

sie ist, die Erlöser-Kirche, ein

charmantes Service-Lächeln, denn sie bekam gar nichts

dafür. Zufrieden ging ich aus

einander, danke

 

Eine Minute später stellte ich mir vor, ich nehme jetzt ein

Taxi und lasse mich zu Unter Krahnenbäumen

fahren; nur um dort festzustellen, dass da gar nichts ist, dass es keine

Spuren gibt, zu denen einer wie ich reisen kann

 

Nur dass die Gebäude links und rechts der Straße wahrscheinlich grau und

hoch wären und Nichts sagend. Es wär 

mir stumm, dass Unter

Krahnenbäumen zerschnitten wird von der 

TURINER STRASSE und paral

lel zur DAGOBERT

Strasse verläuft, wo

in einem fremden 

Bett ich damals in der leeren Wohnung schlief, frisch und zermürbt damals hier 

angekommen. Danke

 

Zumindest der Taxifahrer auf der

Rückfahrt war älter, hatte einen Schnurrbart und lächelt nicht

wenn ich ihn etwas frage, um von der Niederlage Unter Krahnenbäumen

abzulenken, kurz angebunden am Karfreitag 

in der Domstadt Köln, mit ihm in 

seinem dunklen

Fahrzeug hier mit all

diesen Innenlichtern